1. "Machtergreifung"
Ernennung Hitlers zum Reichskanzler durch Hindenburg am 30. Januar 1933.
Ziel: Neuwahlen und möglichst Zweidrittelmehrheit der Stimmen, dann wäre "legale" Verfassungsänderung möglich.
Sofort einsetzende Verfolgung politischer Gegner (Ab Februar 1933)
27.2.1933 Reichstagsbrand
28.21933 Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat (Brandverordnung): weitere Einschränkungen der Grundrechte
5.3.1933 Wahlen: NSDAP: 44%, DNVP: 8%
21.3.1933 Tag von Potsdam: Propagandaveranstaltung zur Eröffnung des neuen Reichstags.
23.3 1933 Ermächtigungsgesetz: Weimarer Verfassung ausgehebelt.
1.1 Gleichschaltung
Schule:

-Entlassungen: Gesetz zur "Wiederherstellung des Berufbeamtentums"
(Beamten die als nichtarisch gelten werden per Gesetz entlassen)
-Lehrpläne auf Ideologie(Rassismus) angepasst: Erziehung im Sinne des NS
(Aufgabe: Jugendliche mit dem Geist des Nationalsozialismus zu erfüllen und sie zu Vorkämpfern der neuen Weltanschauung zu machen.)
-Alte Schultypen werden Beseitigt (Konfessionschule)
Staat und Parteien:
-Landtage und Reichsrat aufgehoben. Reichsstadthalter (NSDAP), anstatt gewählte Landesregierung.
-Verbot von SPD und KPD 1933, die anderen Parteien lösen sich daraufhin auf. Es wird ein Gesetz gegen die Neubildung von Parteien gemacht.
-Die sowiso schon monarchistisch gestimme Justiz und Bürokratie wird durch ein Gesetz (Gesetz
zur "Wiederherstellung des Berufsbeamtentums"[April 1933]) weiter ausgesiebt, sodass nur noch Nationasozialisten vorhanden sind. Die rechtslastigkeit der Richter in der Weimarer Zeit
zeigt sich in folgender Statistik:
Gewerkschaften:
Für Hitler
stellen die Gewerkschaften eine potentielle Gefahr dar.
Am 1. Mai führte die NSDAP den
"Tag der Arbeit" als Feiertag ein, um die Gewerkschaften in Sicherheit zu wiegen.
Am 2. Mai wurden dann unerwartet die Gewerkschaftshäuser gestürmt und ausgeräumt. Die Führer wurden festgenommen
Die nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO) blieb bis 1935 bestehen, ging dann
in der Deutschen Arbeitsfront (DAF) auf, diese war nicht von
Arbeitern gewählt, so blieben diese bei den meisten Entscheidungen auf der Strecke.Alle Arbeitnehmer werden in die DAF eingegliedert.
Kultur:
18. Mai 1933 Bücherverbrennung an Universitäten
Zwangsmitgliedschaft in Reichskulturkammer. - Unliebsame Künstler sind ausgeschlossen.
Kunst und Kultur im Dienst der staatlichen Ideologie: Rasse, Kampf, Führerprinzip,
Volksgemeinschaft
Rechtfertigung:
§1
Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda wird beauftragt und ermächtigt, die Angehörigen der Tätigkeitszweige, die seinen Aufgabenkreis betreffen, in
Körperschaften des öffentlichen Rechts zusammenzufassen.
§2
Gemäß § 1. werden errichtet: 1. eine Reichsschrifttumkammer, 2. eine Reichspressekammer, 3. eine Reichsrundfunkkammer, 4. eine Reichstheaterkammer, 5. eine Reichsmusikkammer, 6.
eine Reichskammer der bildenden Künste [...]
[...]
§5
Die im § 2. bezeichneten Körperschaften werden gemeinsam mit der vorläufigen Filmkammer, die den Namen Reichsfilmkammer erhält, zu einer Reichskulturkammer vereinigt. Die Reichskulturkammer
steht unter der Aufsicht des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda.
Jugend
Die ganze Jugend war zu Zeiten des Nationalsozialismus durch ein in der Hitlerjugend zusammengefasst.
Ebenfalls durch ein Gesetz wurde gesichert das die Erziehung der Hitlerjugend (außer in Elternhaus und Schule) in der Hand der Nationalsozialisten war.
--> Die Jugend war vollkommen in Händen des Reichsjugendführers, also in den Händen der Nationalsozialisten.
--> von 10 bis 14 sind die Kinder verpflichtet in das deutsche Jungvolk zu gehen, von 14 bis 18 in die Hitlerjugend.
Für die Jugendlichen in der HJ selbst war es anfangs noch lustig und wahrscheinlich auch spaßig, sie waren mit Freunden zusammen und konnten Spiele machen.
Doch zur Endphase des Krieges wurden Kinder aus der HJ in den Krieg geschickt.

Reichswehr
Die Reichswehr ist nicht nur das wichtigste Instrument im Kampf gegen andere Rassen und Nationen, sondern war
sie auch in der Lage gegen die NSDAP zu putschen.
die Gleichschaltung verlief eigentlich reibungslos:
→ die Reichswehr unterstützt die DNVP, mit deren Macht Hitler an die Macht kam.
→die erhofften sich von Hitlers Ankündigungen eine nahtlose Fortsetzung der imperialistischen Außenpolitik des Kaiserreiches.
→Berufssoldaten und Offiziere dachten oftmals nationalistisch, Hitlers Propaganda entsprach deren Einstellungen.
→Hitler versprach Aufrüstung und trieb das Militär voran. Dadurch steigert er dessen Selbstbewusstsein und dessen Dankbarkeit
→Die Einführung der Wehrpflicht 1935, steigert das Selbstwertgefühl der RW und eröffnete ganz neue Karrieremöglichkeiten. (Viele neue Stellen wurde von den Parteigängern der NSDAP besetzt)
→Nach Tod Hindenburgs spielt der Eid auf den Führer eine große Rolle (der heilige Eid des unbedingten Gehorsam)
Als Hitler im Oktober 1937 bei der Hoßbach-Protokoll-Sitzung seine Kriegspläne offenbarte, gab es vereinzelt Widerspruch z.B. äußerten der Kriegsminister Blomberg und der Oberbefehlshaber des
Heeres von Fritsch gut gemeinte Warnungen, darauf hin wurden sie aus ihrem Amt entlassen, da Hitler keinen Widerspruch duldete.
1938 trat auch der Chef des Generalstabes des Heeres, Ludwig Beck, zurück.
Doch all das konnte den Krieg nicht verhindern.

Kirche
Da 95% der Deutschen zu eine der beiden Kirchen gehörten und Hitler auch diese Leute
ansprechen und von sich überzeugen wollte, brauchte er zur Machtergreifung 1933 die Zustimmung der Kirchen. Doch da das Regime des Nationalsozialismus und der christliche Glaube in keine Weise
übereinstimmten, hatte Hitler ein Problem.
Dennoch erreichte das NS-Regime zumindest die politische Anpassung und Ausschaltung beider Volkskirchen.
Folgende Faktoren trugen dazu bei:
- auch kirchliche Würdenträger erhofften sich das Ende der Weimarer Republik (der Gedanke an das Ende der Weimarer Republik war stärken als der an mögliche Gefahren)
- Katholische und evangelische Geistliche bedauerten den Bedeutungsverlust der Religion, der aus dem Sturz der Monarchie resultierte
- die inneren Strukturen und Einstellungen der beiden Kirchen waren traditionell wenig demokratisch und schwächten die Abwehrkraft gegen die Diktatur.
Hitler nützte diese Faktoren für sich aus und verkündete in einer Regierungserklärung vom März 1933, dass er die Wichtigkeit der Kirchen beibehalten und bewahren werde.
Während der Weimarer Republik gab es schon Unstimmigkeiten zwischen der demokratischen Regierung und dem Vatikan: Der Vatikan war sehr hierarchisch( ein Bischof, der alles bestimmt hat), wobei
die demokratische Regierung die Stimmen aller berücksichtige.
Innerhalb der Kirche gab es zwei verschiedene Gruppierung: Zum einen die "bekennende Kirche", welche sich gegen das NS Regime stellte und zum anderen die „Deutschen Christen", welche
Hitler unterstützten. Somit war klar , dass sie bei den Synodalwahlen des Jahres 1933 von Hitler unterstützt und geputscht wurden. Erwartungsgemäß siegten die „Deutschen Christen“ und setzten
Ludwig Müller als ihren Reichsbischof ein

Medien & Presse
§1:
Es werden Schriftleiter (Oktober 1933) eingestellt, die die normalen Medien "kontrollieren" können. Niemand darf sich Schriftleiter nennen, der nicht dafür berufen wurde.
§5:
Schriftleiter kann nur sein, wer arischer Abstammung ist und nicht mit einer Person von nichtarischer Abstammung verheiratet ist.
Schriftleiter, die gegen diese Gesetze verstoßen werden unnachsichtig zur Verantwortung gezogen. In besonders schweren Fällen dürfen sie ihren Job nicht mehr ausüben (sie werden von der
Schriftleiterliste gestrichen) und ihre Zeitung wird verboten. Die Schriftsteller durften nur schreiben, wenn sie in der Reichsschrifttumkammer waren, der Rundfunk durfte nur ausstrahlen, wenn
sie in der Reichsrundfunkkammer waren usw. Die Vorsitzenden der Kammern waren immer Leute der NSDAP. Dadurch konnte Hitler die ganzen Medien und die Presse kontrollieren.
Es werden 6 Kammern errichtet: 1. eine Reichsschrifttumkammer, 2. eine Reichspressekammer, 3. eine Reichsrundfunkkammer, 4. eine Reichstheaterkammer, 5. eine Reichsmusikkammer, 6. eine
Reichskammer der bildenden Künste.
Hinterher werden die Kammern mit einer Reichsfilmkammer zu einer Reichskulturkammer zusammengefügt.
