5. Die deutsche Nachkriegsgeschichte
1. Chronologie: von der Spaltung bis zur Einheit
Problemstellung:
Wie und warum kam es zur deutschen Spaltung
1949? Wie war das Verhältnis der beiden deutschen Staaten in der Folgezeit? Wie wurde die Wiedervereinigung 1989 möglich?
Verfahren/Aufgabe
Nimm folgende Chronologie als Grundlage für die Erarbeitung „deiner“ deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte. Übertrage die Zeittafel in deinen Blog und erläutere die gelisteten Begriffe. Unter
Verwendung von Informationen (Filme, Texte) aus der Internetseite http://www.60xdeutschland.de/ solltest du das fett
Gedruckte genauer erläutern, alle anderen Begriffe grob einordnen.
Direkt nach der Kapitulation Deutschlands und somit der Niederlage des Zweiten Weltkrieg am 2. Mai 1945 stellte sich die Frage was nun
mit Deutschland geschehen sollte.
Konferenz von Jalta
In der Konferenz von Jalta, ein diplomatisches Treffen der alliierten Staatschefs Franklin D. Roosevelt (USA), Winston Churchill
(Vereinigtes Königreich) und Josef Stalin (UdSSR) im auf der Krim gelegenen Badeort Jalta vom 4. bis zum 11. Februar 1945, wurde schon vor der Kapitulation Deutschlands über Aufteilung
Deutschlands und die Machtverteilung in Europa verhandelt.
Konferenz von Potsdam
In der Konferenz von Potsdam vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 verhandelten die drei Hauptalliierten über die genaue Aufteilung Deutschlands. Im daraus folgenden Vertrag von Potsdam wurden die
politische und geografische Neuordnung Deutschlands, seine Entmilitarisierung, die von Deutschland zu entrichtenden Reparationen und der Umgang mit deutschen Kriegsverbrechern beschlossen.
Aufteilung Deutschlands
Kalter Krieg
Bei der Aufteilung Deutschland war auch ein Konflikt der Alliierten nicht zu vermeiden. Im so genannten „Kalten Krieg“ spitzte sich
die Lage zwischen den Westmächten unter Führung der USA und dem Ostblock unter Führung der Sowjetunion zu. Dieser Konflikt wurde 1945 bis in die 1980er Jahre mit allen Mitteln unterhalb der
Schwelle eines offenen Krieges ausgetragen. Durch Jahrelange politische, ökonomische und militärische Anstrengungen, ideologischen Propaganda und Wettrüsten in verschiedenen Bereichen der
Wirtschaft wurde versucht den Einfluss des anderen einzudämmen.
Frankfurter Dokumente
Ein wichtiger Baustein zur Gründung der Bundesrepublik wurde mit den „Frankfurter Dokumente“ gelegt. Am 1. Juli 1948 wurden
Verschiedene Dokumente, in welchen die Empfehlungen zur Gründung eines westdeutschen Staates enthalten waren, übergeben.
Berlin-Blockade
Als Reaktion auf die Währungsreform in den Westzonen und den westlichen Sektoren, entstand die so genannte „Berlin-Blockade“. Als Folge dieser Blockade war eine Versorgung West-Berlins durch die Westalliierten über die Land- und Wasserverbindungen nicht mehr möglich. Als Lösung dieses Problems wurde im Zeitraum von 23. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 die „Berliner Luftbrücke“ eingerichtet. Sie stellte die Versorgung West-Berlins durch Versorgungsflüge sicher.
Gründung der Bundesrepublik Deutschlands
Alle oben genannte Ereignisse führten schließlich zur Gründung der Bundesrepublik Deutschlands: Am 1. September 1948 trat der 65-köpfige Parlamentarische Rat unter Vorsitz von Konrad Adenauer in Bonn zusammen und arbeitete in den folgenden Monaten das Grundgesetz aus. Durch die Hohen Kommissare wurde die Besetzung der Westzonen aufgelöst. Man sprach vom so genannten "Besatzungsstatut". So wurde Westdeutschland zur Trizone vereinigt. Am 23. Mai 1949 unterzeichnet Konrad Adenauer die Verkündungsurkunde zum Grundgesetz. Man vermied dabei das Wort "Verfassung", Da man die Regelung später als Gesamtdeutschland klären wollte, was später jedoch nie gemacht wurde. So wurde auch auf eine Volksabstimmung verzichtet. Das Grundgesetzt trat am 24. Mai 1949 in Kraft: Die Bundesrepublik Deutschland war entstanden.
Am 14. August 1949 fand die erste Bundestagswahl in der Bundesrepublik Deutschland statt:
Gründung der Deutschen Demokratischen Republik
Am 30 Mai 1949 noch vor der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik wurde die “Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik” vom dritten Deutschen Volkskongress angenommen. Am 7. Oktober wurde schließlich die Deutschen Demokratischen Republik, kurz DDR, auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone einschließlich des sowjetischen Sektors von Berlin auf Bestreben der Sowjetunion gegründet.
1952: „Stalinnote“, innerdeutsche Grenze, Sozialismus wird Staatsziel der DDR, Kollektivierung in der DDR
1953: Tod Stalins, 17. Juni 1953
Pariser Verträge
Die Pariser Verträge wurden am 23. Oktober 1954 von den Mitgliedern der Westunion, der Bundesrepublik Deutschland und Italien in Paris unterzeichnet und traten am 5. Mai 1955 in Kraft.
Inhalt der Pariser Verträge war: Aufhebung des Besatzungsstatutes und die Verleihung der Souveränität in dem leicht veränderten Deutschlandvertrag (von 1952) sowie der Beitritt der Bundesrepublik
zur WEU und zur NATO in jeweils eigenen Verträgen. Jedoch sicherten sich die Alliierten einige vorbehaltsrechte, welche die Souveränität beschränkten:
1. Alliierte Truppen dürfen auf Deutschem Boden bleiben
2. Keine ABC- Waffen dürfen in deutschem Besitz sein
3. Alle gesamtdeutschen Fragen werden von den Alliierten entschieden -> 1989, 2+4 Vertrag
4. Berlin bleibt unter dem Viermächtestatus
Warschauer Pakt
Der Warschauer Pakt war ein Ergebnis der seit 1947 zunehmenden Spannungen zwischen
den Alliierten des Zweiten Weltkriegs. Man reagierte mit dem Warschauer Pakt auf den beitritt der BRD in die NATO. Der warschauer Pakt war so ein militärischer Zusammenschluss der kommunistischen
Staaten und somit das " Gegengewicht " zur NATO. Mitgliedsstaaten waren: UDSSR, DDR, Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien
Truppenstärke der NATO-Mitgliedsstaaten (mit Kontingenten aus den USA und Kanada) und der Staaten des Warschauer Paktes in Europa 1973
1956: Nationale Volksarmee (Armee der DDR), XX. Parteitag der KPdSU
1957: „Saarland kehrt heim“
Römische Verträge
Die Römischen Verträge wurden am 25. März 1957 von Belgien, der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden in Rom unterzeichnet und traten am 1. Januar 1958 in Kraft. In ihnen wurde die Gründung der Europäischen-Wirtschafts-Gemeinschaft, kurz EWG (F, I, BRD, B, LUX, NL… heute 27 Länder) beschlossen. Dies war der Grundstein für die heutige EU.
Berlin-Ultimatum
1958 stellt die Sowjetunion (Chruschtschow), den drei Westmächten ein Ultimatum. Sie fordert deren sofortigen Rückzug aus Berlin, um den Flüchtlingsstrom in den Westteil zu stoppen. Den Westmächten widerstrebt jedoch der Vorschlag und lassen das Ultimatum überstreichen. Die Berlinkrise ist damit jedoch nicht gestoppt.
Kollektivierung (Wirtschaft)
Bis 1960 wird ein Großteil der Landwirtschaft in der DDR wird verstaatlicht. jedoch stoßen sie dabei auf heftigen Widerstand in der Bevölkerung. die Verstaatlichung wird schließlich durch massive Propaganda und harte drohungen umgesetzt. Die Landwirtschaft wird nun in die LPG übergeführt
(Landwirtschaftliche Produktionsgemeinschaft)
1959: Hammer, Zirkel und Ährenkranz in der DDR-Fahne (DDR will sich von der BRD abgrenzen/separieren)
1960: Staatsrat der DDR wird von der Volkskammer gewählt, der Staatsratsvorsitzender entspricht dem Bundeskanzler (Walter Ulbricht bis 1971, Erich Honecker bis 1989). Das eigentliche Machtzentrum war das Politbüro der SED mit 15-20 Mitglieder.
Flüchtlingsstrom
Der Strom der Flüchtlinge in die BRD (100.000 - 200.000 pro Jahr) reist weiterhin nicht ab. Die SED sieht das als Existenzbedrohung, da vor allem viele Fachkräfte der DDR den Rücken kehren. Sie sehen als einzige Lösung den Mauerbau.
Kennedys „Three essentials“
Kennedy toleriert den Mauerbau unter drei Bedingungen:
1. Die Präsenz von westalliierten Truppen in Berlin
2. Freier Zugang nach Westberlin
3. Lebensfähigkeit der demokratischen Gesellschaft in
Westberlin
1962: Kuba-Krise
John F. Kennedy enthüllt, dass die Sowjetunion Atomraketen auf Kuba platziert hat. Dieses diente der Sowjetunion als Druckmittel gegen die Westmächte.
Kennedy fordert den sofortigen Abzug der Waffen. Sonst droht der Sowjetunion eine Invasion Kubas. Diese Auseinandersetzung führt fast zu einem weltweiten Atomkrieg. Nach sechs Tagen Nervenkrieg
gibt die Sowjetunion nach und verspricht den Abzug der Waffen. (Dabei zog die USA gleichzeitig ihre, in der Türkei stationierten, Atomraketen zurück.)
Karikatur zur Kuba Krise:
Es kommt zum Kräftemessen zwischen dem sowjetischen Premier Chruschtschow (links) und dem amerikanischen Präsidenten Kennedy (rechts). Für den Fall der Niederlage drohen beide mit atomaren Waffen.
1963: Der „Alte“ (Adenauer) tritt ab
Konrad Adenauer tritt nach 14 Jahre als Bundeskanzler mit 87 Jahren ab. Durch ihn konnte die Republik wieder aufgebaut werden und die Westbindung gestärkt werden. Adenauer stand für Westintegration (NATO, EWG).Adenauers Politik kann man fast auf eine mathematische Formel bringen:
Westintegration + Aufrüstung à führt zu Sicherheit und zur Wiedervereinigung Deutschlands aus einer Position der Stärke hinaus
1963: Passierscheinabkommen
Ab Weinachten 1963 sind erste Tagesbesuche der Westberliner in Ostberlin möglich.
1965: Düsenflieger über Berlin
Die BRD versucht Westberlin möglichst eng an sich zu binden (Bundestagsitzung in Berlin), jedoch stören die Sowjets durch Düsenjägerüberflüge und Sperrung der Zufahrtswege nach Westberlin. Die deutsch-deutsche Politik gerät in eine Sackgasse.
1965: „Unkultur aus dem Westen“
Unkultur aus dem Westen wird in der DDR bekämpft und verboten
1967: Plattenbau (Wirtschaft)
1968: „Prager Frühling“
Tendenz zur Demokratisierung in der Tschechoslowakei wird von russischen Panzern niedergewalzt.
1969: Hallstein-Doktrin
Das Hallstein-Doktrin (Abbruch bzw. Einfrierung der diplomatischen Beziehung zu Ländern die die DDR anerkennen) beginnt zu bröckeln, da immer mehr Ländern die DDR anerkennen. Die bisherige CDU Politik gerät ins wanken.
1969: Willy Brandt wird Bundeskanzler
Willy Brandt wird Bundeskanzler und bildet die SPD/ FDP Koalition in der Regierung bis 1982. Die FDP will eine Annäherung an die DDR zur Verbesserung der Beziehungen der beiden deutschen Staaten.
Willy Brandt in Erfurt
1970 fand das erste deutsch-deutsche Gipfeltreffen statt. Die DDR forderte vergeblich die Anerkennung als Staat und die BRD wollte die Wiedervereinigung. Jedoch blieben jegliche Gespräche ergebnislos. Allerdings bleibt das Treffen in Erinnerung, da einige hundert Menschen Willy Brandt auf dem Platz vor dem Tagungshotel zu jubeln.
Moskauer Vertrag
Der Moskauer Vertrag wurde am 12. August 1970 zwischen der Sowjetunion und der Bundesrepublik Deutschland im Katharinensaal des Kremls in Moskau geschlossen.
In diesem Vertrag erkennt Deutschland die bestehenden europäischen Grenzen an (Wandel durch Annäherung, Egon Bahr). Es wird die Unverletzlichkeit der Grenzen beschlossen, d.h. wir gehen nicht mit Gewalt gegen die bestehenden Grenzen vor.
Warschauer Vertrag
Der Warschauer Vertrag ist ein Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen. Der Vertrag wurde am 7. Dezember 1970 unterschrieben. Darin sicherte die Bundesrepublik die auf der Potsdamer Konferenz zwischen den Siegermächten vereinbarte Oder-Neiße-Grenze faktisch als Westgrenze Polens zu, indem beide Länder bekräftigten, dass ihre Grenzen unverletzlich sind. Hierdurch wird Polen die Angst vor dem aggressiven Deutschland genommen. Am Tage der Unterzeichnung fiel Brandt vor dem Denkmal des Ghettos auf die Knie. Diese Geste ging als "Kniefall von Warschau" in die Geschichte ein.
1971: Rücktritt Ulbrichts
Walter Ulbricht, Staats- und Parteichef der DDR, erklärt seinen Rückzug. Dieser war durch eine Intrige Honeckers ausgelöst worden. Neuer Generalsekretär der SED wird Erich Honecker.
1971 Transitabkommen
Weitgehender ungehindert Zufahrt von Westdeutschland nach Westberlin und umgekehrt
Verkehrsvertrag war nun möglich.
Reiseerleichterung für Westdeutsche und Westberliner wurde beschlossen, d.h. man konnte nun mehrfach einreisen, sogar mit dem Auto, Rentner durften als einzige Bürger der DDR in den Westen reisen, da Rentner den Staat nur kosten.
1974: „Ständige Vertretung“, DDR als „sozialistische Nation“
1976: „Pfarrer Brüsewitz“ verbrennt sich als Protest gegen die Unterdruckung der Kirchen
1982: Wehrgesetz in der DDR, Wirtschaftskrise in der DDR (Wirtschaft), (fast dauernd ab den 70er Jahren)
1987: Abrüstung im Warschauer Pakt, Ende des Kalten Krieges, Honecker im Westen
1989: Kommunalwahl in der DDR
Mit den Wahlfälschungen der SED bereits im Mai 1989 beginnt die revolutionäre Volksbewegung der DDR, diese nimmt verschiedene Formen an
Protestbewegung
Ist zunächst eine Fluchtbewegung über die westdeutschen Botschaften z.B. in Prag, gleichzeitig September 89 wird die Ungarische Grenze geöffnet --> Fluchtbewegung über Ungarn; die Mauer hat keinen Sinn
9. Oktober 1989: DDR-Behörden entscheiden, die Protestbewegungen nicht mit Gewalt niederzuschlagen
Montagsdemonstrationen in Leipzig: Immer mehr Menschen demonstrieren für Meinungsfreiheit und Wahlfreiheit. Der anfängliche Slogan "wir sind das Volk" wird mit der Zeit zu "wir sind ein Volk"
--> „friedliche Revolution“ Mauerfall
1990: 2+4 Vertrag, Deutsche Einheit
Kalter Krieg: Das Vorgehen der Sowjetunion in Osteuropa und in ihrer deutschen Besatzungszone erweckt das Misstrauen der Westmächte. Die Sowjetunion ihrerseits hat kein Verständnis für die Deutschlandpolitik der Amerikaner und sieht sich durch das Atomwaffenmonopol der USA bedroht. Das gegenseitige Misstrauen und die Unfähigkeit zu einer einheitlichen Umsetzung des Potsdamer Abkommens führen zwangsläufig zu einem Scheitern der Viermächteregierung über Deutschland.
Frankfurter Dokumente: 1948 treffen sich erneut die Westmächte. Sie beschließen die Gründung der BRD, welche nach westlichem Vorbild demokratisch geprägt werden sollte und nach förderalistischem Vobild aufgebaut werden sollte.
Berlin-Blockade: Ebenfalls 1948 (am 24. Juni) sperren sowjetische Truppen Westberlin ab. Durch diese Blockade sollten die Westmächte dazu gezwungen werden, auf die Gründung des Weststaates (BRD) zu verzichten. Jedoch wird daraufhin eine Luftbrücke aufgebaut. Alle 2 bis 3 Minuten landet eine Maschine in Westberlin. In diesen "Rosinenbombern" wurden alle lebensnotwendigen Produkte für Westberlin transportiert. Nach einem Jahr und 200.000 Flügen geben die Sowjets auf und die Blockade wird aufgehoben.
Landung eines Rosinenbombers: Die Teilung Berlins:
Gründung der Bundesrepublik: Am 23.Mai 1949 unterzeichnet Konrad Adenauer (Präsident des Parlamentarischen Rates) die Verkündungsurkunde zum Grundgesetzt, welches am 24. Mai in Kraft tritt. Bereits kanpp 9 Monate vorher waren 65 Landtagsabgeordnete aus den Westzonen zusammengetreten, um das Grundgesetzt zu formulieren. Die Bezeichnung "Verfassung" wurde für das Grundgesetz bewusst vermieden. Das Grundgesetz sollte nur als Übergangslösung bis zur Wiedervereinigung dienen. Dann sollte eine gesmtdeutsche Verfassung geschrieben werden. Deswegen wurde auch auf eine Volksabstimmung verzichtet. Auch heute (nach der Wiedervereinigung) besitzt Deutschland keine vom Volk legitimierte Verfassung.
Die DDR-Verfassung wird angenommen: Nur eine Woche später erfolgt die Reaktion des Ostens. Die Verfassung für die "Deutsche Demokratische Republik" wird unterzeichnet. Im Volkskongress stellt dabei die SED und ihr nahe stehende Organisationen die Mehrheit. Allerdings macht die neue Verfassung jede offene Opposition zu einem offenen Risiko.
Mit der Unterzeichnung der Verfassung rückt die Wiedervereinigung erstmal in weite Ferne.
In der Bundesrepublik wird gewählt: Am 14. August 1949 finden die ersten Wahlen in der Bundesrepublik statt. Die CDU wird stärkste Kraft mit 31%, dich gefolgt von der SPD (29%) und der FDP (12%). Damit war der Grundstein gelegt für die Marktwirtschaft und gegen die Planwirtschaft (noch von der SPD gefordert).
Erster Bundeskanzler wird Konrad Adenauer (CDU). Zusammen mit der FDP und der deutschan Partei erreicht er eine knappe Mehrheit von 208 Sitzen (insgesamt: 402 Sitze). Theodor Heuss (FDP) wird erster Bundespräsident.
Jedoch ist die BRD noch lange kein souveräner Staat. Kaum ein Gesetz kann beschlossen werden ohne die Zustimmung der Hohen Kommission, Vertreter der Besatzungsmächte.
Gründung der DDR: Am 7. Oktober wird die DDR gegründet. Die SED erklärt die Verfassung als gültig.
Die Stalinnote: Der russiche Diktatot bietet den Wesmächten 1952 einen Friedensvertrag und die Wiederverinigung Deutschlands an. Bedingung sei jedoch, dass Deutschland daraufhin nach außen politisch neutral sei. Die Westmächte wiederum wollen, dass der Wiedervereinigung freie Wahlen vorausgehen. Schließlich scheitern die Verhandlungen, was von den Westmächten durchaus gewollt war. Denn sie wollten die Westintegration der BRD nicht gefährden. Bis heute ist nicht sicher, ob Stalin seinen Vorschlag ernst gemeint hatte, oder das ganze nur ein Bluff war.
Tod Stalins: Im März 1953 stirbt Josef Stalin an den Folgen eines Schlaganfalls. Die Folge ist eine große Staatstrauer. Allein zur Beisetztung strömen 1.5 Millionen Menschen. Die SED bezeichnet ihn als "größten Menschen unserer Epoche".
Volksaufstand: Am 17. Juni 1953 entläd sich die unter Stalin angestaue Wut in der DDR. Über eine Millionen Menschen streiken gegen die angestiegenen Arbeitsnormen und der immer schlechteren Versorgung. Die Forderungen reichen jedoch bis zur Verhaftung der Regierung und der Wiedervereinigung. Schließlich wir der Aufstand von der roten Armee und der DDR-Organe niedergeschlagen. Der Flüchtlingsstrom in den Westen reist jedoch nicht ab.
Pariser Verträge: Am 27. Februar 1955 stimmt der Bundestag mit einer 2/3 Mehrheit den Pariser Verträgen zu, die wichtigste Entscheidung seit Bestehen des Bundestages. Die Bundesrepublik erlangt dadurch weitgehend ihre Souveränität zurück. Allerdings sichern sie den Alliierten auch diverse Vorbehaltsrechte zu, welche sind:
A: alliierte Truppen auf deutschem Boden
B: keine ABC Waffen (Atomare, Biologische, Chemische Waffen) (nur NATO)
C: Alle gesamtdeutschen Fragen werden nur von den Alliierten entschieden: 1989/90 2+4 Vertrag
D: Berlin bleibt unter 4-Mächte-Status
Gleichzeitig öffnen die Pariser Verträge den Weg zur dt. Wiederbewaffnung und zum Beitritt in die NATO sowie zum "Saarstatut". 1957 stimmen die Saarländer per Volksabstimmund darüber ab, ob sie zukünftig ein Teil Deutschlands oder Frankreich sein sollen. Ergebnis: Das Saarland wir 10. Bundesland.
NATO (North Atlantic Treaty Organisation) und WEU (Westeuropäische Union): Die NATO wurde 1949 gegründet. Gründungsstaaten waren: Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlanden, Norwegen, Portugal und die USA. Ursprünglich war sie als Verteidigunsbündniss gedacht, vor allem als Schutz gegen Staaten, die dem Warschauer Pakt angehörten (Bündniss aus Oststaaten, allen voran die Sowjetunion). Die WEU war ein Bündniss Weseutopäischer Staaten, welches Deutschland zum Beitritt in die NATO verhalf. Heute übernimmt deren Funkion hauptsächlich die Europäische Union.
1956: Nationale Volksarmee wird gegründet (= die Armee der DDR). 20. Parteitag der KPdSU (Liberlalisierung bzw. freiheitlichere Verhältnisse des Ostblocks). Aufstand in Ungarn, welcher von sowjetischen Truppen niedergeschlagen wird.
Römische Verträge: Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft EWG (F, I, BRD, B, NL, LUX, ..... heute 27 Länder) Grundstein der Europäischen Union
Das Berlin-Ultimatum: 1958 stellt die Sowjetunion (Chruschtschow) , den drei Westmächten ein Ultimatum. Sie fordert deren Rückzug aus Berlin, um den Flüchtlingsstrom in den Westteil zu stoppen. Den Westmächten widerstrebt jedoch der Vorschlag und lassen das Ultimatum überstreichen. Die Berlinkrise ist damit jedoch nicht gestoppt.
Kollektivitierung der Landwirtschaft: Ebanfalls 1958 plant die DDR die Landwirtschaft zu "verstaatlichen". Dabei stoßen sie jedoch auf Widerstand in der Bevölkerung. Der Plan wird jedoch durch Propaganda und zur Not mit Drohungen vor Zuchthausstrafen umgesetzt. Das Bauernland wird in die LPG = Landwirtschaftliche Produktionsgesellschaft übergeführt.
1959: Hammer, Zirkel und Ährenkranz in der DDR-Fahne (weil die DDR sich von der BRD abgenzen will.
Flüchtlingsstrom: Der Strom der Flüchtlinge in die BRD reist weterhin nicht ab. Die SED sieht das als Existenzbedrohung, da vor allem viele gut ausgebildtete Menschen der DDR den Rücken kehren. (100.000 - 200.000 pro Jahr)
1960: Staatsrat der DDR gewählt von der Volkskammer, Staatsratsvorsitzender entspricht dem Bundeskanzler (Walter Ulbricht bis 1971, Erich Honecker bis 1989). Das eigentliche Machtzentrum war das Politbüro der SED mit 15-20 Mitglieder
1961 Mauerbau: Um Fluchtbewegung zu stoppen wird eine Mauer gebaut. Kennedys „Three essentials“: Kennedy toleriert Mauerbau unter drei Bedingungen:
1: Präsenz von westalliierten Truppen in Berlin
2: Freier Zugang nach Westberlin
3. Lebensfähigkeit der demokratischen Gesellschaft in Westberlin
Kubakrise 1962: Die USA erzwingen den Abzug von atomaren Mittelstreckenraketen aus Kuba. Diese Krise war die gefährlichste Krise seit 1945. Danach entspannt sich die Lage im "Kalten Krieg".
Der "Alte" (Adenauer) tritt ab: Adenauer steht für Westintegration (NATO, EWG, etc.). Seine Politik kann man fast auf eine mathematische Formel bringen. Westintegration + Aufrüstung führt zu Sicherheit und Wiedervereiningung aus einer Position der Stärke heraus.
Die Trennung war jedoch so schlimm (Totenstille zwischen den zwei Staaten), keine Kontakte zwischen West- und Ostberlin/DDR.
Passierscheinabkommen: Weihnachten 1963 erste Tagesbesuche Westberliner in Ostberlin möglich.
1965 Sowjetische Düsenjäger über Westberlin: Die BRD versucht Westberlin möglichst eng an sich zu binden (Bundestagssitzung in Berlin). De Sowjets stören durch Düsenjägerüberflüge und sperren die Zufahrtswege nach Westberlin. Die deutsch-deutsche Politik gerät in eine Sackgasse.
1965: Unkultur aus dem Westen wird in der DDR bekämpft/verboten.
1968: "Prager Frühling": Demokratische Tendenzen des Sozialismus in der Tschechoslowakei wird von russischen Panzern niedergewalzt.
Hallstein-Doktrin: 1969 Abbruch bzw. Einfrierung der diplomatischen Beziehungen zu Ländern, die die DDR anerkennen. Sie beginnt jedoch zu bröckkeln, da immer mehr Länder die DDR als Staat anerkennen. Die bishereige CDU-Politik wird immer widersinniger.
Die FDP will eine Annäherung an die DDR zu Verbesserung der Beziehungen der beiden deutschen Staaten. Willy Brandt (SPD) wird Bundeskanzler in einer Koalition mit der FDP: sozial-liberale Koalition.
Willy Brandt in Erfurt: 1970 findet in Erfurt das erste Treffen der BRD-Führung und der der DDR statt. Bundeskanzler Willy Brandt trifft auf den DDR Ministerpräsidenten Willi Stoph. Damit reist zum ersten Mal ein deutscher Bundeskanzler in die DDR. Das Treffen endet ergebnislos (DDR fordert vergeblich, als Staat anerkannnt zu werden). Allerdings bleibt das Treffen besonders in Erinnerung, da spontan einige hundert Menschen Willy Brandt auf dem Platz vor dem Tagungshotel zujubeln. Schließlich zeigt sich Willy Brandt einen Augenblich am Hotelfenster um die ihm zujubelnde Menge wieder etwas zu beruhigen.
(1969 erste Abrüstungskonferenzen (Tauwetter global; SALT = Strategic Arms Limitation Talks)
Moskauer Vertrag: 12. August 1970: Mit dem Moskauer Vertrag beginnt eine neue Ostpolitik der BRD. In diesem ersten Ostvertrag erklärt Deutschland die europäischen Grenzen als unverletztlich und erkennt damit die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs faktisch an. Unverletzlichkeit der Grenzen = Wir gehen nicht mit Gewalt gegen die bestehenden Grenzen vor.
Motto: "Wandel durch Annäherung" (Egon Bahr)
Warschauer Vertrag: 25 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs unterzeichnet Brandt in Warschau einen weiteren Vertrag. In ihm erkennt Deutschland die "Oder-Neiße-Grenze" an und verzichtet damit auf alle Gebietsansprüche gegenüber Polen. Damit beginnt sich das deutsch-polnische Verhältniss zu verbessern. Besonders in Erinnerung bleibt der Knielfalls Willy Brandts. Im Zuge dieses Treffen legt er am Mahnmal für die Opfer des warschauer Ghettos einen Kranz nieder. Angesichts der vielen Nazi-Opfer in Polen für den Bundeskanzler ein schwerer Gang. Spontan und unerwartet sinkt Brandt während der Zeremonie auf die Knie, das Bild geht um die Welt.
1971: Rücktritt Ulbrichts (weil der als kalter Krieger galt). Erich Honecker wird Generalsekretär der SED
Transitabkommen: Weitgehend ungehinderte Zufahrt von Westdeutschland nach Westberlin un umgekehrt. (Verkehrsvertrag: Reiseerleichterung für Westdeutsche und Westberliner, DDR-Rentner durften als einzige in den Westen reisen, da Rentner der DDR Geld kosteten) -->Steigerung des Zusammengehörikeitsgefühls
Grundlagenvertrag: =Die Anerkennung der DDR als Staat
Minus: Einrichtung von "ständigen Vertretungen" statt Botschaften. Die BRD versteht die DDR nicht als Ausland. DDR-Bürger sind immer auch Bürger Westdeutschlands. Die DDR dagegen sieht die BRD als Ausland.
Die Forderung der dt. Einheit bleibt bestehen.
1974: DDR als "sozialistische Nation"
1976: "Pfarrer Brüsewitz" verbrennt sich als Protest gegen die Unterdrückung der Kirche in der DDR
1982: Wirstschaftskrise in Ostdeutschland
1987: Abrüstung im Warschauer Pakt --> Ende des Kalten Krieges (= Voraussetzung für die dt. Wiedervereinigung 1989/90) Russland will sich nicht mehr in Deutschland einmischen, hat mehr Interesse die DDR-Grenzen aggressiv zu "verteidigen" und Deutschland verschärft zu teilen, Honecker im Westen
Kommunalwahl in der DDR: 1989 finden Proteste gegen die Wahlfälschung der SED statt: Beginn der revolutionären Volksbewegung in der DDR, diese nimmt verschiedene Formen an.
Protestbewegung: Ist zunächst eine Fluchtbewegung über die westdeutschen Botschaften z.B. in Prag. Gleichzeitig wird im September 89 wird die Ungarische Grenze geöffnet --> Fluchtbewegung über Ungarn. Die Mauer macht keinen Sinn mehr. Montagsdemonstrationen in Leipzig: immer mehr Menschen demonstrieren für Meinungsfreiheit und Wahlfreiheit. Der anfängliche Slogan "Wir sind das Volk" wird zu "Wir sind ein Volk"
Der 9. Oktober war ein entscheidender Tag: Die DDR Behörden entscheiden die Protestbewegung nicht mit Gewalt niederzuschlagen.
--> Friedliche Revolution